Primarhaus? Was soll das nun wieder heißen?

Diesen Begriff dachten wir uns nicht aus!
Er entstammt der Studie über "Die Zukunftsfähigkeit der Grundschulen im ländlichen Raum Schleswig-Holsteins" (2015) und gibt dem Modell der "engeren Zusammenarbeit zwischen Kindertagesstätte und Schule" einen Namen.

In letzter Zeit wurde der Begriff häufiger falsch benutzt:
Es ist kein "Primatenhaus", kein "Primärhaus" und darf auch nicht verwechselt werden mit dem Projekt "Dorfcampus/ Bordelum Hus".
Der "Dorfcampus" oder das "Bordelum Hus" sind Arbeitstitel für den von der Gemeinde angestrebten Anbau auf dem Gelände der Schule und der KiTa. Im April erwarten wir die Entscheidung, was aus dem Projekt wird...

(demnächst mehr)




Konzept zur Einrichtung eines
Primarhauses inBordelum -

Schulprogrammarbeit

gemäß Schulkonferenzbeschluss vom 17.11.15








Es braucht ein ganzes Dorf,
um ein Kind großzuziehen.

(afrikanisches Sprichwort)




1. In Kürze

Unser vorliegendes Konzept sieht die Grundschule Bordelum als so genanntes „Primarhaus“, das folgende in der Gemeinde Bordelum bereits existierende Institutionen sowie deren funktionierende Strukturen und Kooperationen einschließt und so den Ortskern weiter stärkt:








Mit dem Begriff „Primarhaus“ wählten wir bewusst einen Begriff, der in den Vordergrund rückt, was uns am Wichtigsten ist: die Zusammenarbeit zwischen Kindertagesstätte und Schule, das Verschwimmen der Grenzen.
Außerdem soll die Gemeinde Bordelum in ihrer Einzigartigkeit betrachtet werden. Dorfgemeinschaft funktioniert hier seit Jahren, wird gelebt und wertgeschätzt – von Kindesbeinen an bis ins Seniorenalter. Folgende Bordelumer Institutionen kooperieren bereits in unterschiedlich starkem Maße mit uns und untereinander:

Kindertagesstätte und Schule: gegenseitige Beteiligung an Festen (Kinderfest, Frühlingsfest, Einschulung), gemeinsame Nutzung der Gebäude, gemeinsame Projekte…
Jugendfeuerwehr, Freiwillige Feuerwehr
Jugendtreff
Sportverein
Verein „Natur und Kultur rund um den Stollberg“ mit seinem Lernort „Natur erleben“
Kirche: Kirchenmäuse, KiBiNaMi (Kinderbibelnachmittag), Vorkonfirmandenunterricht, Konfirmandenunterricht, Familiengottesdienste, Schulgottesdienste und Kirchenführungen…
Alltagshilfen, Essen in Gemeinschaft, Geburtstagsfrühstück, Kartenspielenachmittage, Sitztanz, Ausflüge mit dem DRK, …
Bürger- und Handwerkerverein: Laterne laufen, Nikolaus-Fest, Stollbergfest, Flohmärkte, Biikebrennen…

Die Schule als Lernort in den Mittelpunkt zu setzen, als Ort, an dem sich alle Institutionen treffen können, knüpft nicht zuletzt an die gegebenen räumlichen Besonderheiten an: Die Schule mit ihrer Turnhalle, die Kindertagesstätte, der Jugendtreff, das beheizte Lehrschwimmbad, die Feuerwehr und die Eltern-Kind-Fachklinik „Haus Norderheide“ befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft – das Pastorat und auch die Kirche sind fußläufig in etwa 10 bis 20 Minuten zu erreichen. Die Schule stellt für Bordelum als Flächengemeinde für alle umliegenden zehn Ortsteile (West- und Ostbordelum, Addebüll, Büttjebüll, Sterdebüll, Ebüll, Uphusum, Dörpum, Stollberg, Margarethenberg und Ost-Bordelumfeld) mit ihren rund 2000 Einwohnern trotz ihrer geographischen Verteilung einen Knotenpunkt dar.



Das Kind im dörfl. Umfeld Bordelums


2. Das Kind im dörflichen Umfeld Bordelums

Jedes Kind ist einzigartig, bringt individuelle Talente und Bedürfnisse mit und hat Rechte. Es kommt offen, neugierig und wissbegierig auf die Welt und will sie aktiv und kreativ für sich entdecken.
Auf dieser Basis wollen wir es unterstützen, indem wir ihm mit Vertrauen, Anerkennung und Wertschätzung, Respekt und Würde, Verlässlichkeit und Authentizität begegnen. Wir gestalten seine Umgebung so, dass sie die Erlebnisfähigkeit, Kreativität und Fantasie der uns anvertrauten Kinder fördert. Kinder haben eine angeborene Freude am Lernen und Entdecken. Unsere Aufgabe ist es, diese Freude zu erhalten, zu nutzen und auszuweiten.

Schon jetzt bemühen wir uns im Dorf, in den dörflichen Vereinen, wie auch im Schulalltag um zunehmende Berührungspunkte zwischen den Generationen. Das Ehrenamt der älteren Generation nimmt hierbei einen ebenso großen Stellenwert ein wie das Engagement vieler Eltern, die trotz Berufstätigkeit helfen, wo sie gerade können. So gibt es in Kindertagesstätte und Schule schon länger „(Vor-)Leseomas und –opas“, Hausaufgabenbetreuung, Gesundes Schulfrühstück, Ausflugsbegleitung, Mithilfe bei Projekten am Vormittag und in der Offenen Ganztagsschule. Freiwillige engagieren sich in Bordelum selbstverständlich z.B. in der Freibadaufsicht, sie unterstützen im Vorkonfirmandenunterricht und in Seniorenkreisen, sie stehen für „Alltagshilfen“ und in der Flüchtlingshilfe bereit.
In Bordelum gibt es ein lebendiges Vereinsleben, in das unsere Kinder hineinwachsen und das Familien stärken kann. Das selbstverständliche Miteinander der Generationen hat in diesem Kontext beste Möglichkeiten. Auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist es uns wichtig, das dörfliche Miteinander und die Beziehungsfähigkeit unter den Generationen, Toleranz und Offenheit zu fördern.

Die Schule ist in diesem Sinne auch ein Ort des gemeinsamen Lebens und Lernens.

Die Heterogenität der Lerngruppenist ein Vorteil, ein Reichtum, in dem Kinder mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen sich gegenseitig anregen.

Gerade auch in der von vielen Akteuren getragenen Projektarbeit in der Schule (vormittags und in der OGS) und an außerschulischen Lernorten haben die Kinder die Möglichkeit, vielfältige neue Erfahrungen zu sammeln und kreativ zu sein. Persönliche Interessen und Neigungen werden berücksichtigt.

Schule soll Freude machen und im Rahmen von sicheren Strukturen auch Raum bieten für Spiel und Spaß. Wir möchten im gesamten schulischen Alltag die Kinder durch vielfältige Anregungen in ihrer individuellen Entwicklung unterstützen. Möglichkeiten für Mitbestimmung und das Lernen demokratischer Abläufe sind dabei auf vielfältige Weise in einem übersichtlichen und vertrauten Rahmen gegeben.

Landschaftlich ist Bordelum geprägt von der Nähe zur Nordsee, dem Wattenmeer, den Kögen,den Halligen, den Inseln, den Wäldern mit seinen Heideflächen, dem Naturschutzgebiet Bordelum-Langenhorner Heide, dem Landschaftsschutzgebiet Stollberg. Die Gemeinde Bordelum ist als eine umweltfreundliche Gemeinde ausgezeichnet worden, auch und gerade wegen des Engagements ihrer Bürgerinnen und Bürgern in mehreren Bürger-eE-Gesellschaften. Sie verfügt über einen Naturlehrpfad, einen Naturspielplatz, eine Heilquelle, Freiflächen und einen Streifraum (Träger: Amt Mittleres Nordfriesland; Betreuer: Verein Natur und Kultur um den Stollberg e.V.), einen Schulwald und ein Raseneisenerz-Kulissendorf. Da liegt es nahe, die Natur noch stärker als bisher in unsere gemeinsame Arbeit am und mit dem Kind einzubeziehen.



Unser Primarhaus - Vernetzung KiTa-Schule


3. Unser Primarhaus: Vernetzung Kindertagesstätte – Schule

Schule und Kindertagesstätte gehören bei uns zusammen. Die Gebäude der Evangelischen Kindertagesstätte Bordelum-Dörpum und die der Grundschule Bordelum sind direkt benachbart. Es gab schon immer viele Anknüpfungspunkte und mit den Jahren wurde die gute Zusammenarbeit stetig weiter entwickelt und so auch immer weiter geöffnet. Ziel dieser Öffnung ist, dass die Grenze zwischen Schule und Kindertagesstätte verschwimmt und so ein „Haus für Kinder“ - ein „Primarhaus“- entsteht.



3.1. Team
Gute Zusammenarbeit und Kooperation zahlen sich für beide Einrichtungen auf vielfältige Weise aus. So ermöglicht der Einblick in die Schule den Fachkräften aus der Kindertagesstätte den Blick darauf, was auf die Kinder zukommen wird. Die Fachkräfte der Schule lernen wiederum die zukünftigen Kinder, ihre Fähigkeiten und individuellen Stärken frühzeitig kennen.

Wir sehen uns als pädagogischen Fachkräfte und als Team: Sozialpädagogische Assistenten, Erzieher, Lehrer, Förderschullehrer, schulische Assistenten, Schulsozialarbeiter.

Wir planen gemeinsam und legen großen Wert auf Transparenz.

In regelmäßig stattfindenden Teambesprechungen sollen gemeinsame Projekte und wiederkehrende Rituale besprochen und festgehalten werden (Evaluation).
Um uns stetig weiterzubilden und als Team zu wachsen,nehmen wir an gemeinsamen Fortbildungsveranstaltungen teil.

Unser Ziel ist es, das dargestellte Bild vom Kind stetig weiter zu entwickeln. Hierbei fließen die aktuellen Erkenntnisse der Lernforschung, Entwicklungspsychologie und Hirnforschung selbstverständlich mit ein.



3.2. Lernkultur
Gemeinsam möchten wir eine neue Lernkultur entwickeln. Die Individualisierung der Lernprozesse und der Blick auf die Kompetenzen und Interessen der Kinder sind dafür Voraussetzung. Dabei wird uns das Thema Inklusion begleiten.

Beobachtung und Dokumentation sind regelmäßiger Bestandteil der pädagogischen Arbeit. Auf dieser Basis sollen individuelle Lernentwicklungspläne entwickelt werden.
Bei unserer Arbeit sollen wir gemäß Vorgaben von einer Schulsozialarbeiterin/ einem Schulsozialarbeiter und einer schulischer Assistentin/ einem schulischen Assistenten unterstützt werden. Noch ist offen, wie dies praktisch umgesetzt werden kann.

Besonders wichtig sind uns hierbei die Übergangsgespräche zwischen Kindertagesstätte und Grundschule. An diesen Gesprächen nehmen die zukünftige Klassenlehrerin, die Erzieherin aus dem Kindergarten und die Erziehungsberechtigten teil. Geplant ist, auch das Kind mit einzubeziehen. Hier findet sowohl ein Gespräch vor der Einschulung als auch nach der Einschulung statt.





3.3. Fließende Übergänge
Mit der Grundschulzeit beginnt für die Kinder ein neuer Lebensabschnitt. Unser Ziel ist es, die Kinder neugierig auf Schule zu machen und ihnen einen kindgerechten, fließenden und flexiblen Übergang zu ermöglichen. Nach den Herbstferien können die zukünftigen Schulkinder – vorerst in Dreiergruppen - einmal wöchentlich jeweils für eine Stunde den Unterricht der Erstklässler besuchen und so die Räumlichkeiten, Rituale, Lehrer und Kinder kennen lernen. Eine Erzieherin bringt die Kinder und holt sie auch wieder ab.

Der Kindertagesstätte ist zu jeder Montags- und Freitagsrunde von 8.00 Uhr – 8.20 Uhr eingeladen, eine Anmeldung ist nicht nötig. Die zukünftigen Erstklässler nehmen am Freitag an der Vollversammlung und nach dem Turnen an der großen Pause teil.

Nach der Einschulung besuchen die Erstklässler mit ihrer Klassenlehrerin nach Bedarf auch den Kindergarten, „aus dem Bauch heraus“, „einfach mal wieder rüberschauen“, ohne festes Programm.

Dritt- und Viertklässler besuchen wöchentlich denKindertagesstätte und lesen dort vor.

Während des Schulprojektes „Bald geht die Schule los!“ verbringen die Einzuschulenden kurz vor den Sommerferien eine Woche in der Schule. Sie erhalten einen eigenen Raum, indem sie Unterricht spielerisch nachempfinden, an den Pausen und Ritualen der Schule teilnehmen und ihre Paten kennen lernen. Die Paten helfen den Neuen sich zu orientieren, bieten sich als Spielpartner in der Pause an und mehr.



3.4. Gemeinsame Nutzung der Funktionsräume
Funktionsräume sind den Kindern bereits aus der Kindertagesstätte bekannt. Dort existieren: Werkstatt (Kunst, Werken, Experimentieren), Baustelle (Bauen mit verschiedenem Konstruktionsmaterial in der Eingangshalle), Bewegungsraum (Bewegungsbaustelle, Bewegungsspiele, Rhythmik, Musik), Essraum – Rollenspiel (Frühstück und Mittagessen, Platz für Rollenspiel und Verkleidung), Bücherei (Vorlesen, Bücher anschauen, Rückzugs- und Ruheraum), Bäder (Wasser- und Matschspiele), Außengelände (Schaukel, Sandkasten mit Wasser- und Matschbereich, Klettern, Fahrzeuge),
Sporthalle der Schule (Nutzung bis zu 3 x wöchentlich für Aufbau von Bewegungsbaustelle mit Großgeräten und für großräumige Bewegungsspiele), Sportplatz (Fußballspiel und andere Bewegungsspiele)



Im Schuljahr 15/ 16 werden in Anlehnung an die Kindertagesstätte in der Schule weitere Funktionsräume entwickelt und mehr und mehr in den Mittelpunkt gerückt:
Deutsch-Raum
Mathematik-Raum
HWSU-Raum
Methoden- und Übungsraum

Diese Räume wollen wir im Schuljahr 2016/17 so vorbereitet haben, dass wir - unserem „Bild vom Kind“ entsprechend - die sensiblen Phasen der intrinsischen Motivation stärker nutzen und den Kindern in jedem Alter, also jahrgangsgemischt, angemessene Lernangebote unterbreiten (Raum als dritter Pädagoge).
Vierjährige kommen z.B., um sich die Welt der Buchstaben oder Zahlen zu erschließen oder um mit Wasser zu experimentieren – genauso wie Achtjährige vielleicht die Bau- oder Rollenspielecke in der Kindertagesstätte noch einmal besuchen können, wenn sie es möchten. Wo ein Kind stark ist, Interesse hat und Talente zeigt, darf es weiter lernen, wo es schwach ist, unterstützen wir begleitend.

Die Rolle des Lehrers und/ oder Erziehers ist die des Lernberaters. Er stellt das Material zur Verfügung, beobachtet, dokumentiert und begleitet den Lernprozess nach dem Motto „So viel Freiheit wie möglich, so viel Lenkung wie nötig.“Er ist für den von ihm ausgestatteten Funktionsraum, das damit verbundene Unterrichtsfach und die in ihm lernenden Kinder verantwortlich.
Die sonst üblichen organisatorischen Klassenlehreraufgaben (Schreiben der Zeugnisse, Ansprechpartner für Eltern…) übernimmt der Lehrer, der in den gelenkten Stunden vor bzw. nach der Freiarbeit in einem Jahrgang am häufigsten eingesetzt ist.



3.5. Weitere gemeinsame Aktivitäten – vormittags und nachmittags
Ausflug Klasse 1 und zukünftig Einzuschulende
Einschulungsfeier sowohl in der Kirche als auch in der Turnhalle
Mitmachzirkus
Laterne laufen mit dem Bürger- und Handwerkerverein
Musikprojekte
AG-Woche
Adventsbasteln, Lebendiger Adventskalender, Seniorenweihnachtsfeier
Montags- und Freitagsrunden in Form eines Kinderparlaments,
Kunstprojekte (z.B. Emil-Nolde-Malschule),
Selbstsicherheitstraining
Sport- und Spielefest
Theaterbesuche (Halligtorbühne und Pole PoppenspälerTage)
Frühlingsfest
Kinderfest


3.6. Zusammenarbeit mit Eltern
Die Eltern der Kinder werden als Experten ihrer Kinder einbezogen. Individuelle Ziele besprechen wir mit den Eltern und Kindern. An den Übergabegesprächen zwischen Kindertagesstätte und Schule werden die Eltern und in Zukunft auch die Kinder beteiligt.

Es gibt Eltern- und Themenelternabende.

Sowohl in die Kindertagesstätte als auch in der Schule werden gemäß gesetzlicher Vorgaben Elternvertreter gewählt und an den entsprechenden Gremien (Kindergartenbeiratssitzungen, Schul-, Klassen-, Zeugnis- und Fachkonferenzen) beteiligt.

In der Schule findet darüber hinaus nach Bedarf (etwa fünf bis sechsmal jährlich) das „Info-Treffen zwischen Schulleitung und Schulelternbeirat“ statt, in dem aktuelle schulische Themen direkt und auf Augenhöhe besprochen werden können.

In Planung ist ein Elterncafé. Dort können sich Eltern der Kindertagesstätte und der Schule treffen und austauschen. Regelmäßig nehmen die Leitungen beider Einrichtungen daran teil, stehen für ein gutes Miteinander und Fragen zur Verfügung.




Unser päd. Konzept für JÜL

4. Unser pädagogisches Konzept für jahrgangsübergreifendes Lernen

4.1. Unterricht/ Lernzeit
Wir begreifen die Veränderungen, die sich durch die zurückgehenden Schülerzahlen ergeben, als Chance, unseren Unterricht neu zu konzipieren. So können wir für unsere Schülerinnen und Schüler weiterhin guten, den heutigen Anforderungen entsprechenden Unterricht in einem funktionierenden, bewährten Schulumfeld gewährleisten.

Jahrgangsübergreifender Unterricht, differenzierte Wochenplan-, Projekt- oder Werkstattarbeit sind Voraussetzung und vom Kollegium gewollt und werden ausdrücklich von allen Lehrkräften in Bordelum mit getragen.

Das ist daran gut: Die Kinder setzen das fort, was sie bereits in der Kindertagesstätte kennen gelernt haben:
- Kooperations- und Teamfähigkeit, indem sie anderen helfen und selbst Hilfe annehmen, voneinander und miteinander lernen,
- Verantwortungsbewusstsein für sich und andere,
- Toleranzfähigkeit, indem sie Achtung und Rücksichtnahme vom Anders-Sein und Anders-Können lernen,
- Lernmotivation, indem die Jüngeren an den Lerninhalten der Älteren teilhaben,
- Verminderung von Konkurrenzsituationen,
- Reduzierung sozialer Konfliktpotentiale

Im Schuljahr 2015/ 16 beginnen wir mit acht von 20 Wochenstunden mit jahrgangsübergreifendem Unterricht in den Klassenstufen 1 und 2. Darüber hinaus sind für alle vier Jahrgänge übergreifende Projekte geplant.
Ab dem Schuljahr 2016/ 17 sollen die Funktionsräume für alle Jahrgänge (Klassenstufe 1 bis 4) eingerichtet sein.

Der Fachunterricht ist sichergestellt, die Kontingentstundentafel (Vorgabe des Ministeriums) wird erfüllt und funktioniert unabhängig von der Zusammensetzung des Kollegiums.
Unterstützt wird unsere Arbeit durch Förderschullehrkräfte. Mit Nachdruck bemühen wir uns außerdem um schulische Assistenz und Schulsozialarbeit.

4.2. Lernen am anderen Ort - Projektarbeit vormittags
Über die Freiarbeit hinaus möchten wir im Rahmen von einfachen, aber nachhaltigen Projekten unsere Türen öffnen und erleben, was Bordelum und die direkte Umgebung an Lern- und Arbeitsfeldern zu bieten hat.
Mehrere Firmen und „Experten vor Ort“ signalisieren ihre Bereitschaft, unsere Schüler zu begrüßen, ihre Arbeit vorzustellen und die Kinder aktiv erleben zu lassen:Bauunternehmen: Zimmerei und Dachdeckerei, Elektroinstallation, Klempnerei, Tischlerei, Reetdachdeckerei, MalerbetriebLandwirtschaftliche Betriebe: Schweine-, Hühner- und Getreide-Produktion, Milch- und Fleischproduktion, Schaffleisch und Wolle, Gemüse
Weiterverarbeitung: Bäckerei, Schlachterei, Weberei
Erneuerbare Energien: Windenergieanlagenproduktion - vier Windenergiegesellschaften, drei Biogas-Gesellschaften, eine Freiflächen-Solar-Gesellschaft (ganz überwiegend als Bürger-Gesellschaften organisiert), Windenergieparkplanung, Solarenergieplanung
Flora und Fauna: Natur und Kultur um den Stollberg e.V., Bordelumer Hegering, Gärtnereien
Tourismus
Kreismusikschuleund private Anbieter

Weitere Firmen und Partner werden noch angesprochen.

Folgende Fächer wollen wir außerdem in Projekten abdecken:

HWSU: s.o., Naturerlebnistage („Abenteuer in der Natur rund um den Stollberg“), „Versuch macht klug“, „Wir erkunden den Schulwald“, „Was lebt im Wasser?“, Besuch des Naturzentrums Bredstedt, Geführte Wattwanderungen...
Kunst: Besuch der Emil-Nolde-Malschule, Einbindung ortsansässiger Künstler, eigene fortgebildete Fachkräfte…
Religion: Besuch der Kirche, des Friedhofs, gemeinsame Gottesdienste…
Sport: gemeinsame Nutzung der Turnhalle, Aufbau von „Abenteuerlandschaften“, Bewegungstage oder -wochen, Sportfest, Wasserbegegnung im beheizten BordelumerLehrschwimmbad/ Freibad (mit Unterstützung staatl. gepr. Schwimmmeister)

Es gibt eine aktive Arbeitsgruppe mit Eltern und anderen Freiwilligen, die sich um die Gestaltung dieser Projekte kümmert und sich begleitend einbringt.

4.3. Verlässlichkeit/ Vertretungssituationen
Unserem kleinen Kollegium sind Vertretungssituationen bekannt, niemand muss sich darauf neu einstellen. An der Grundschule Bordelum fühlen sich grundsätzlich alle Lehrkräfte für alle Kinder verantwortlich, jeder denkt für jeden mit. An einer kleinen Grundschule zu arbeiten bedeutet für Lehrkräfte automatisch, dass sie sich über den Unterricht hinaus engagieren müssen.
Bereits zu Beginn eines jeden Schuljahres werden berücksichtigt: Zusammenlegungen, Aufteilungen der Lerngruppen, „Feuerwehr“ durch ehrenamtliche Mitarbeiter und Eltern.
Vor allem sind die Kinder selbstgesteuertes, jahrgangsübergreifendes Lernen gewohnt.Sie kennen die Bezugspersonen, das Material, die Arbeitsmethoden und die örtlichen Gegebenheiten. So kann ein Erstklässler gemeinsam mit dem ihm vertrauten Viertklässler einen Versuch zum Wasser durchführen oder gemeinsam Lesen üben.
Auch in Krankheitssituationen bleibt das Ziel, dass es zu keinem Unterrichtsausfall kommt und die Verlässlichkeit gewährleistet ist.



4.4. Rituale
a. Fester Tagesablauf (Zeit):
Für die Jahrgänge 3 und 4 wird der Unterricht einmal wöchentlich durch eine gelenkte Einheit von 07:35 bis 08:20 Uhr ergänzt, die so genannte „nullte Stunde“.

08:00 Uhr Offene Betreuung, offene „Ankommenszeit“

08:25 bis 09:50 Uhr erster Unterrichtsblock:
ab Schuljahr 16/ 17 Freie Arbeit in den Funktionsräumen,
jahrgangsübergreifend von Klassenstufe 1 bis 4



09:50 – 10:00 Uhr gemeinsames, jahrgangsgemischtes Frühstück in den Funktionsräumen

10:00 – 10:30 Uhr große Pause/ Bewegungspause (Pausenspielzeug/ -bewegungsgeräte)

10:30 – 12:00 Uhr zweiter Unterrichtsblock:
so genannte „Input-Stunden“, gelenkte Stunden, in denen die Voraussetzungen für erfolgreiche Freiarbeit geschaffen werden,
Nebenfächer (Musik, Religion, Kunst, Englisch in den Kl.3/ 4)

12:00 – 12:15 Uhr kleine Pause

für die Jahrgangsstufe 1/ 2:
12:15 – 12:30 Uhr Mittagessen, Offene Betreuung bis zur Hausaufgabenbetreuung

12:30 – max. 13:30 Uhr Hausaufgabenbetreuung, danach Offene Betreuung bis zum Beginn
der Nachmittagskurse

für die für die Jahrgangsstufe 3/ 4:
12:15 – 13:00 Uhr dritter Unterrichtsblock, gelenkter Unterricht

13:00 – 13:15 Uhr Mittagessen

13:15 – 14:00 Uhr Hausaufgabenbetreuung

14:00 - 15:00 Uhr Nachmittagskurse

15:00 – 17:00 Uhr Offene Betreuung (im Jugendtreff?)

Entsprechend der biologischen Leistungskurve der meisten Menschen: Von 8–10 Uhr = Anlaufphase, (Warmphase), 10–12 Uhr = Höchstleistungen, 12–14 Uhr = nachlassende Leistungsbereitschaft, 14–16 Uhr = erneute Erhöhung der Leistungsbereitschaft, 16–18 Uhr = Sinken der Leistungsbereitschaft.

b. Wöchentlich stattfindende Rituale
Wöchentlich stattfindende Rituale stellen montags und freitags von 08:00 bis 08:20 Uhr die Montags- bzw. Freitagsrunde (Vollversammlung) dar, die folgende Punkte zum Thema haben: Präsentation der Arbeitsergebnisse, Anliegen, Informationen, Schülerparlament.
Gewählte Schülerinnen und Schüler leiten dies unter Einbindung der Klassensprecherinnen und Klassensprecher.

c. Jährliche stattfindende Rituale/ Feste
Kinderfest
Einschulung, Einschulungsgottesdienst
Reformations-/ oder Erntedank-Gottesdienst
Kirchenführung
Sportfest
Aktionstag oder AG-Woche
Adventsbasteln, Lebendiger Adventskalender, Seniorenweihnachtsfeier, Schulweihnachtsfeier
Verabschiedung der Viertklässler
d. neu:
Basar
Tag der offenen Tür







4.5. So lernen Kinder: Mischung aus Lernen und Freizeit, aus Konzentration und Entspannung
a. Freies Arbeiten
Idealerweise lernt der Mensch aus eigenem Antrieb heraus, ein natürlicher „Forscherdrang“ obliegt jedem Kind. Dies gilt es, sich in der Schule so gut und so lange wie möglich zu erhalten. Inhaltlich bedeutet das: mehr selbst gewählte, fächerübergreifende Projekte, mehr experimentelles Lernen durch Handeln.

Freies Arbeiten bedeutet hier, sich den Funktionsraum, das Material, den oder die Partner und den Zeitpunkt des zu bearbeitenden Themas frei wählen zu können. Die Kinder arbeiten jahrgangsgemischt, so können sie mit- und voneinander lernen. Jedes Kind wird in seinem selbstständigen Lernen unterstützt und entsprechend seiner Lernvoraussetzungen individuell gefördert und gefordert. Dies kann auch bedeuten, dass mithilfe von persönlichen Wochenarbeitsplänen einzelne Kinder zunächst an das freie Arbeiten herangeführt werden. Kinder, die noch nicht frei wählen „können“, erhalten nach gemeinsamer Absprache mit Lehrern und Eltern einen festen Stundenplan.

b. Aufbau des Stundenplans
Unser Stundenplan wird aus einer Mischung von jahrgangsübergreifenden Freiarbeitsstunden und jahrgangsgebundenen gelenkten Stunden bestehen. Die Freiarbeit eignet sich ideal, um folgende Ziele unterrichtlicher Arbeit zu erreichen:Arbeit nach individuellem LerntempoFörderung der SelbständigkeitSchülerinnen und Schüler arbeiten nach individuellen Lernzielen und Inhaltenmehr Transparenz für die Schülerinnen und Schüler

Für den letztgenannten Punkt haben die Pflichtaufgaben, die wöchentlich gestellt werden, eine hohe Relevanz. Sie orientieren bzw. rekrutieren sich aus den Unterrichtsinhalten des gelenkten Unterrichts und bieten eine Orientierung bzw. Einstiegshilfe, um Aufgaben und Inhalte in der Freiarbeit zu vertiefen.
Für die Lehrkraft ergeben sich hierbei vielfältige Aufgaben bzw. Grundsätze:Pflichtaufgaben vorbereiten, die den zeitlichen Rahmen der Freiarbeit nicht komplett ausschöpfendurch individuelle Beratung und Aufgabenstellung jedem Kind das Recht zum Lernen ermöglichendurch genaue Beobachtung einschätzen, wann bestimmte Schülerinnen und Schüler Impulse oder Beratung benötigen

c. Rolle des Lehrers als Lernbeobachter
Der Lehrer beobachtet die Eigenorganisation der Kinder, wie unterschiedlich die Kinder nicht nur arbeiten, sondern auch wie verschiedenartig sie an ihre Arbeit herangehen. Es gibt viele unterschiedliche Wege, auf denen Kinder lernen. Die unterschiedliche Arbeitsintensität, Vorlieben bzw. Interessen der Kinder, aber auch die sozialen Kontakte der Schülerinnen und Schüler untereinander, können während der Freiarbeitsphasen gut beobachtet werden und dieses Wissen über die unterschiedlichen Lernwege und Lerntypen für gelenkte Unterrichtsstunden genutzt und berücksichtigt werden.
Trotz der verschiedenen Materialien, der ganz unterschiedlichen Themen und der immer wieder neuen Zusammensetzung von Schülerinnen und Schülern soll eine angenehme Arbeitsatmosphäre herrschen: Die Kinder helfen sich gegenseitig, erklären Aufgaben und führen unerfahrenere Schülerinnen und Schüler in die Materialien ein. Jahrgangsübergreifende Freiarbeit ist eine geeignete Möglichkeit um das selbständige Lernen der Schülerinnen und Schüler zu fördern. Eine Vielzahl der Lernprozesse spielen sich ohne die direkte Einflussnahme der Lehrkraft ab. Die Freiarbeit verändert zwangsläufig die traditionelle Lehrerrolle. Aufgaben des Beobachtens, der Bereitstellung der Materialien, Aufbereitung einer Lernlandschaft oder der Erstellung von Forder-/ Förderkonzepten rücken stärker in den Vordergrund. Verstärkt wird die veränderte Rolle durch den Umstand, dass die Schülerinnen und Schüler anderen etwas erklären, wiederholen oder Material einführen. Freiarbeit ermöglicht so nicht nur ein jahrgangsübergreifendes Miteinander, sondern auch das Voneinander-Lernen. Insofern bietet die Unterrichtsform auch eine ideale Voraussetzung für das Erreichen sozialer Kompetenzen.
Gerade zu Beginn unserer neuen Arbeit in Funktionsräumen kann die Phase der Reflexion genutzt werden, um Materialien vorzustellen, so dass sich Arbeitswünsche entwickeln können und die Kinder für die nächste Freiarbeit angeregt werden oder sich gestärkt fühlen, eigene Ideen umzusetzen. Kinder, die bestimmte Materialien bereits kennen, präsentieren nicht nur ihre Arbeitsergebnisse, sondern erklären zusätzlich die sachgerechte Handhabung der Materialien. So erfahren die Kinder während der Reflexion „ganz nebenbei“ Arbeitsergebnisse und Fakten bezüglich anderer Themen und es entwickelten sich Ideen anhand der vorgestellten Ergebnisse. Gleichzeitig erhalten die Schülerinnen und Schüler eine Vorausschau zur Weiterarbeit, da nicht beendete Arbeiten am folgenden Tag fortgeführt werden müssen. Ziel ist es, die Kinder schon früh in die Planung von Unterricht einzubeziehen und ihnen Verantwortung, etwa bei der Beschaffung von Materialien, zu übertragen.
Durch das tägliche Protokollieren sowie die Möglichkeit zum Nachschlagen im Lerntagebuch der einzelnen Kinder können alle Schülerinnen und Schüler während der Freien Arbeit sinnvoll unterstützt werden. Durch einen regen Austausch unter den Fachlehrern kommt es zu einer optimalen Ergänzung zwischen Freiarbeit und gelenkten Unterrichtsstunden.

d. Konzentration und Entspannung
Gleichzeitig ist das Verhältnis von Konzentration und Entspannung zu berücksichtigen (siehe Tagesablauf).Entspannung empfindet jedes Kind anders: Das eine möchte sich bewegen, sich in der Gruppe auf dem Pausenhof oder in der Turnhalle lautstark austoben, das andere zieht sich lieber zurück und sucht Ruhe, z.B. in der Schülerbücherei bzw. dem „Raum der Stille“ (muss erweitert werden, mehr gemütliche Rückzugsmöglichkeiten).



4.6. Partizipation und Demokratisierung
„Bildung ist immer Selbst-Bildung“. Kinder, die aus eigenem Antrieb lernen, lernen mehr.
Partizipation ist ein Grundrecht des Kindes.
Schon jetzt übernehmen unsere Schülerinnen und Schüler Verantwortung für ihre Schule, indem sie Ämter übernehmen: Pausenspielzeugdienst, Schulfrühstücksdienst, Schiedsrichter beim Fußball, Schulbüchereidienst, Klassensprecher, Klassenrat, Gestaltung der Montags- und Freitagsrunden, Moderation bei Schulfeiern…
Dies wollen wir noch mehr ausbauen und dazu ein Schülerparlament einrichten. Wir wollen noch mehr schauen: Was brauchen die Kinder gerade (situationsorientiertes Lernen)? Welche Fähigkeiten und Talente bringen sie mit, können wir noch mehr fördern? Wie können wir sie noch mehr beteiligen?
Sinnvoll ist z. B. eine Beteiligung an der Findung der Lern-Themen, selbständig geplante Experimente, Gestaltung des Schulhofs, der Funktionsräume, Beteiligung an der Mahlzeitenauswahl und der Essenszubereitung.



4.7. Differenzierte Leistungsbeurteilung/ Lernerfolgskontrolle mit Hilfe von Kompetenzrastern
In der Landesverordnung des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft vom 18. Juni 2014 heißt es: „(3) Die Schulkonferenz kann beschließen, dass abweichend von Absatz 2 Satz 3 in den Jahrgangsstufen 3 und 4 oder nur in der Jahrgangsstufe 4 Notenzeugnisse mit verbaler Ergänzung zur Entwicklung der Sach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenz erteilt werden. Ein Beschluss kommt nur zustande, wenn ihm die Mehrzahl der gewählten Vertreterinnen und Vertreter der Lehrkräfte in der Schulkonferenz oder ihrer Stellvertreterinnen oder Stellvertreter zustimmt.“

Dies ist die Position des Lehrerkollegiums in Kurzform (Stand SCHULJAHR 14/ 15):
> Kompetenzraster (Zeugnisse ohne Noten wie in Kl. 1 und 2) nehmen den Druck.
> Kompetenzraster geben individueller und differenzierter Auskunft.
> Kompetenzraster befähigen zur Wahrnehmung und Selbsteinschätzung der eigenen Leistung.
> Kompetenzraster haben positive Wirkung auf das Lernklima einer Lerngruppe.
> Noten sind nicht objektiv, nicht nützlich, nicht nötig.
> Noten haben negative Auswirkungen auf die Lernmotivation eines Kindes, bereiten Angst.

Forschungsergebnisse und aktuelle pädagogische Literatur bestätigen dies.

Wir legen stattdessen Wert auf Leistung, die die Kinder auch erreichen können. Unsere Kinder sollen Arbeitsergebnisse/ individuelle Lernfortschritte präsentieren, stolz auf ihren individuellen Lernzuwachs sein und nachhaltig lernen. Dazu nehmen sie regelmäßig Selbsteinschätzungen vor und werden in Lernerfolgskontrollen individuell und differenziert bewertet.

Im neuen Schuljahr 15/ 16 wird dies auf Elternabenden, Themen-Elternabenden und in der Schulkonferenz wieder Thema sein.



Ganztägiges Lernen

5. Ganztägiges Lernen/ Verlässliche Ganztagsbetreuung von 7 bis 17 Uhr

Der Kindertagesstätte bietet bereits eine Betreuungszeit von 7.00 Uhr bis 17.00 Uhr an.
Seit dem Schuljahr 13/ 14 ist die Grundschule eine „Offene Ganztagsschule“ und hält ein Betreuungsangebot von montags und freitags bis 14.00 Uhr und dienstags, mittwochs, donnerstags bis 15.00 Uhr vor.
Eine Ferienbetreuung gibt es seit zwei Jahren und soll weiter entwickelt werden.
Berufstätigen Eltern soll auch für die Schule eine flexibel nutzbare Betreuungszeit von 7 bis 17 Uhr und eine Ferienbetreuung (mit Ausnahme der Schließzeiten des Kindergartens: drei Wochen in den Sommerferien, Weihnachtsferien und der Freitag nach Himmelfahrt) ermöglicht werden.

Dazu ist Folgendes notwendig:Zusätzlich zur OGS wird ein kostenpflichtiges Betreuungsangebot im Rahmen eines Horts eingerichtet. Um den Hort einrichten zu können, müssen mindestens ca. 10 Kinder im Grundschulalter verbindlich angemeldet sein. Maximal 15 Kinder werden von zwei ausgebildeten Fachkräften (Erzieher_in und Sozialpädagogische Assistent_in) pädagogisch begleitet. Die Fachkräfte des Hortes sind selbstverständlich im Austausch mit allen anderen pädagogischen Fachkräften und den Eltern.Ein Klassenzimmer mit Nebenraum (Raum, 5 und 6) könnten in der Schule zu einem Gruppenraum für die Hortbetreuung umgestaltet werden. In Gemeinschaft wird dort gegessen und es ist Zeit für Gespräche über den Schulalltag und andere Dinge. Täglich findet individuelle Hausaufgabenzeit statt (außer in den Schulferien).
Der Elternbeitrag einer Hortbetreuung liegt bei ca. 150 € pro Monat (einschl. Ferienbetreuung, Geschwisterermäßigung ist möglich). Das tägliche Mittagessen kostet voraussichtlich 3 €.
Kinder, die nicht in der Hortbetreuung sind, können möglicherweise die Ferienbetreuung für ein tägliches Entgelt nutzen. Eine Hortgruppe wird durch Land-, Kreis-, Gemeindezuschüsse sowie die Elternbeiträge finanziert. Für das Mittagessen können Bildungsgutscheine vorgelegt werden. Es müsste eine verbindliche Buchung für fünf Tage die Woche bis 17.00 Uhr erfolgen. Eine Teilung der Plätze und individuelle Abholzeiten wie im Kindertagesstätte sind.
Eine Betriebserlaubnis durch Heimaufsicht des Kreises NF muss erteilt werden. Die Ferienbetreuung kann auch für weitere Schulkinder und zukünftige Schulkinder nach vorheriger Anmeldung gegen Gebühr geöffnet werden.

Der Hort soll ab dem Schuljahr 2016/ 17 eingerichtet sein.



Die Erzieherin Christin Gut, die bereits seit Einrichtung der OGS im Schuljahr 2013/ 14 die Betreuung der Kinder von 12 Uhr bis 14 Uhr übernimmt und danach von Dienstag bis Freitag von 14 bis 19 Uhr im direkt benachbarten Jugendtreff über die Gemeinde eingestellt ist, erweitert ihr Arbeitsfeld: Sie arbeitet auch montags von 12 bis 17 Uhr und sie bietet im Rahmen der Nachmittagsbetreuung jeden Tag von 14 bis 15 Uhr einen festen Kurs an, den sie im Schulgebäude oder im Jugendtreff stattfinden und für Außenstehende „offen“ lässt. So bleibt sie eine feste Bezugsperson für die Kinder.

Ob OGS und Hort auch in Zukunft nebeneinander tragbar sein wird, wird sich zeigen.

Im Falle eines Anbaus bieten sich andere räumliche Möglichkeiten



Weitere Kooperationen

6. Weitere Kooperationen

6.1. Generationsübergreifender Mittagstisch/ Bau einer Mensa
Wenn eine Schule ganztägig geöffnet und somit Lebensort ist, muss dort auch gegessen werden.
Den Mittagstisch möchten wir generationsübergreifend öffnen für Erwachsene, die mit uns essen möchten.
Angedacht ist, dass der Schulbus mittags auf seiner Fahrt zur Schule diejenigen mitnimmt, die mit uns essen möchten.Eine Zukunftsvision ist es, zu erreichen, dass Erwachsene und Kinder unter Anleitung einer Hauswirtschaftlerin darüber hinaus noch gemeinsam kochen,dann haben wir einen weiteren Punkt der gegenseitigen „Befruchtung“ erreicht.





6.2. Schulträger
Absichtserklärung:
Grundsätzlich wird von uns der Erhalt der Schule, des Standorts favorisiert – wir wollen eine eigenständige Schule bleiben. Wenn das wider Erwarten nicht möglich sein sollte, zumindest als Außenstelle einer Mutterschule bzw. als „Netzwerkschule“ oder „Partnerschule“ (gleichberechtigt unter einer Leitung). Identifikation mit der eigenen Schule, Ortsverbundenheit, Verbleib im Lebensumfeld, Stabilität und Verlässlichkeit der Lebensverhältnisse, „kurze Beine, kurze Wege“, Umweltschutz, familienfreundliche Politik im ländlichen Raum, Attraktivität der Gemeinden auch für hinzuziehende Eltern, familiäre, übersichtliche Atmosphäre („Jeder kennt jeden, jeder gibt auf den anderen Acht.“) sind bekannte Argumente, die für den Erhalt des Standorts sprechen. Die Schule im Dorf bedeutet mehr als nur Ort des Lernens für Kinder zu sein, sie ist auch ein Knotenpunkt sozialen Lebens.

Auf jeden Fall hält Bordelum daran fest – wie mit dem Ministerium vereinbart - auch nächstes Schuljahr (16/ 17) noch eigenständig zu bleiben, um das Konzept umzusetzen, zu erproben und zu verbessern.





6.3. Weiterführende Schulen
Der Übergang von unserer 4. Klasse in die 5. Klasse der weiterführenden Schulen wird von uns mit einem Besuch der Gemeinschaftsschule Bredstedt begleitet. Die Kinder lernen so ein größeres System kennen und erhalten einen Eindruck von dem, was auf sie zukommt.
Von sich aus bieten die weiterführenden Schulen so genannte „Schnuppertage“ oder 2Tage der offenen Türen“ an.

Wenn es angezeigt ist, nehmen wir mit den zukünftigen Klassenlehrern Kontakt auf und bereiten den Schulwechsel in einem Übergabegespräch individuell vor. Denkbar ist außerdem, dass die zukünftigen Klassenlehrer zu uns eingeladen werden.

Nicht zuletzt werden wir an den Pädagogischen und/ oder Zeugniskonferenzen beteiligt.



Gestaltung eines Dorfcampus

7. Gestaltung eines „Dorfcampus“

Derzeit wird in Bordelum mit Hilfe der Aktiv Region Nordfriesland Nord und unter Einbindung der umliegenden Institutionen intensiv über den Neubau eines „Dorfhauses“ an Schule und Kindertagesstätte diskutiert, in dem wir gemeinsames Leben und Lernen weiter in Bordelum ausbauen können. Auf diesem Wege soll das neu zu gestaltende Gelände einen „Dorfcampus“ darstellen.
In diesem Bau soll es eine kindgerechte (Lehr-)Küche mit Mensa für etwa 100 Personen geben (Lehrküche mit vier Anschlüssen/ acht Arbeitsplätzen, teils kindgerecht, Kühlraum, Trennwand zum Verkleinern des Raumes, Bühne, Beschallungs- und Beleuchtungsanlage, Lagerraum für Tische, Stühle, Getränkekisten).
Die (Lehr-)Küche mit Mensa soll außerhalb der Lernzeiten der Kinder ein Versammlungs-/ Mehrzweckraumder Begegnung für generationenübergreifende Angebote/ Aktivitäten für die Gemeinde sein, nutzbar von Vereinen, Verbänden usw. z.B. für Seniorenweihnachtsfeiern, Goldene Konfirmationen, Einwohnerversammlungen, Kochgruppen, Sprachunterricht usw.



Anhang



8. Anhang
Mindestgrößenverordnung:
„§ 1 Mindestgrößen
(1) Für die allgemein bildenden Schulen und Förderzentren gelten folgende Mindestschülerzahlen:
1.Grundschulen: mindestens 80 Schülerinnen und Schüler; eine Unterschreitung ist im Rahmen der Teilnahme an einem Schulversuch gemäß § 138 Absatz 1 Satz 3 Nummer 1 SchulG zulässig,
2.Gemeinschaftsschulen: mindestens 240 Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe I,
3. Gymnasien mit achtjährigem Bildungsgang: mindestens 250 Schülerinnen und Schüler in den Jahrgangsstufen 5 bis 9,
4. Gymnasien mit neunjährigem Bildungsgang, organisatorische Verbindungen von Gymnasien mit Gemeinschaftsschulteil: mindestens 300 Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe I,
5. Förderzentren mit dem Förderschwerpunkt Lernen sollen mindestens 1.000 Grundschülerinnen und Grundschüler in ihrem Einzugsbereich haben.
(2) Schulen können mehrere Standorte haben. Bei organisatorischen Verbindungen von Grundschulen (Primarbereich) mit Schulen des Sekundarbereichs I müssen die Bereiche getrennt die Mindestgröße überschreiten.
(3) Die Mindestgrößen gelten nicht für Schulen auf Helgoland, Amrum, Pellworm und Nordstrand sowie den Halligen.
(4) Das für Bildung zuständige Ministerium kann weitere Ausnahmen befristet zulassen, wenn für Schülerinnen und Schüler der jeweiligen Schule sonst unzumutbar lange Schulwege entstehen würden oder eine anderweitige Beschulung der Schülerinnen und Schüler unwirtschaftlich wäre.
§ 2 Anpassung der Schulentwicklungsplanung
Bei Schulen, welche die Mindestgrößen unterschreiten, haben Schulträger und Kreis ihre Schulentwicklungsplanung zu aktualisieren. Sollte dabei erkennbar werden, dass sich die durch Unterschreitung der Mindestgröße sichtbare Tendenz verstetigt, haben Schulträger, Kreis und die zuständigen Schulaufsichtsbehörden innerhalb der zwei folgenden Jahre nach Unterschreitung der Mindestgröße geeignete Anpassungsmaßnahmen einzuleiten.“






„Experimentierklausel“
㤠138 Schulversuche, Erprobung anderer Mitwirkungsformen
(1) Im Rahmen von Schulversuchen können Abweichungen von den Bestimmungen dieses Gesetzes und der aufgrund dieses Gesetzes erlassenen Verordnungen erprobt werden. Schulversuche können sich insbesondere beziehen auf
1. schulische Organisationsformen, Lehr- und Lernverfahren, Lernziele und -inhalte, Formen der Mitwirkung und der Leistungsbewertung sowie
2. den Bildungsauftrag, die Bildungsgänge und die Abschlüsse, die Aufnahmevoraussetzungen und die Zahl der Jahrgangsstufen.
(2) Schulversuche können durch das für den jeweiligen Bildungsbereich zuständige Ministerium in bestehenden Schulen und in einzelnen besonderen Versuchsschulen durchgeführt werden. Der Schulträger ist anzuhören. Die Durchführung eines Schulversuchs kann auch vom Schulträger oder der Schule beim zuständigen Ministerium beantragt werden. Schulversuche sind zeitlich zu begrenzen und in angemessener Zeit daraufhin auszuwerten, wieweit ihre Ergebnisse auf das Schulwesen übertragbar sind. Die Ergebnisse sind zu veröffentlichen.
(3) Für Abweichungen von grundsätzlicher Art bedarf es der Einrichtung besonderer Versuchsschulen durch Verordnung des für den jeweiligen Bildungsbereich zuständigen Ministeriums. Der Besuch besonderer Versuchsschulen ist freiwillig. In der Verordnung kann das zuständige Ministerium den Schulträger und Schuleinzugsbereiche bestimmen, die Merkmale für die Aufnahme von Schülerinnen und Schülern bei begrenzter Aufnahmemöglichkeit festlegen und die Anwendung der §§ 111 bis 113 ausschließen. Entspricht die Schule nicht einer der in diesem Gesetz vorgesehenen Schularten, beschließen der Schulelternbeirat und die Klassensprecherversammlung jeweils für eine Amtszeit, in welcher Schulart sie sich an der Bildung des Kreiselternbeirats oder der Kreis- oder Landesschülervertretung beteiligen.
(4) Führen Schulversuche mit besonderen Versuchsschulen nach Abschluss des Versuchs nicht zu einer Änderung der Schularten nach diesem Gesetz, hat das zuständige Ministerium diese in Schulen der Schularten des § 9 umzuwandeln.
(5) Das für Bildung zuständige Ministerium kann auf Antrag für eine Schule befristet und versuchsweise zulassen, dass abweichend von den §§ 62 bis 66, 70 bis 72, 77, 78, 81, 84, 86, 87 und 97 bis 99 andere Formen der Mitwirkung erprobt werden. Der Antrag bedarf der Zustimmung von mindestens zwei Dritteln der Mitglieder der Schulkonferenz.“


Der Arbeitskreis „Schulfreunde“ gründete sich aus dem Schul- und Kulturausschuss am 25.02.2015.

Ihm gehören aktuell an:

Name Funktion, Hintergrund
1 Siegfried Puschmann Gemeindevertretung Bordelum
2 Peter Reinhold Petersen Bürgermeister Bordelum, Schulverbandsmitglied
3 Annelie Bahnsen Gemeindevertretung Bordelum
4 Susanne Bahnsen Gemeindevertretung Bordelum
5 Ilka Jacoby Rektorin der GS Bordelum
6 Ose Oldsen Lehrerin an der GS Bordelum
7 Simone Jacobsen Lehrerin an der GS Bordelum
8 Janina Thomsen Lehrerin an der GS Bordelum
9 Bärbel Becker Kindertagesstätte-Leiterin Ev. Kindertagesstätte Bordelum/ Dörpum
10 Anika Petersen Erzieherin in der Kindertagesstätte Bordelum/ Dörpum
11 Christin Gut Erzieherin im Jugendtreff Bordelum, OGS
12 Joachim Baumgarten Jugendtreff Bordelum, ehrenamtlicher Mitarbeiter an der GS Bordelum
13 Kerstin Schaack Pastorin der Gemeinde Bordelum
14 Heinrich Becker Projekt „Alltagshilfen“
15 Nils Lagerpusch Vater eines Kindertagesstätten-Kindes, Lehrer
16 Julia Richter Mutter zweier Kindertagesstätten-Kinder, Lehrerin
17 Kirsten Momsen Mutter zweier Kindertagesstätten-Kinder, Lehrerin
18 Andreas Sönksen Schulelternbeiratsvorsitzender an der GS Bordelum
19 Christian Will Vater eines Kindertagesstätte-Kindes, ehrenamtlicher Mitarbeiter an der GS Bordelum (OGS-HA-Betreuung) und in der Kindertagesstätte
20 Hellen Steensen ehrenamtliche Mitarbeiterin an der GS Bordelum (Englisch in Kl.1/ 2, OGS-Kurse), ehem. Leitung einer Sprachschule
21 Silke Riedel Mutter eines Kindertagesstätten- und eines Schulkindes
22 Wiebke Brunken pensionierte Lehrerin
23 Eva Truelsen Mutter dreier Kindertagesstätten-Kinder