AUSZÜGE AUS DER FESTSCHRIFT

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Vorwort

Schule – dieser Begriff meint so viel mehr als nur das Gebäude aus Stein. Seit 50 Jahren gehen nahezu täglich viele Menschen in diesem Gebäude ein und aus. Ein jeder prägt das Aufeinandertreffen dieser Menschen – der eine mehr, der andere weniger. So steht die Schule Bordelum mit ihren 50 Jahren symbolisch für einen Ort der Begegnung. Seit 50 Jahren begegnen sich hier Menschen, die gemeinsam arbeiten, lernen, sich entwickeln, Freundschaften knüpfen, Konflikte miteinander austragen, lachen, weinen, Entdeckungen machen, Projekte entwickeln ... ein Stück gemeinsamen Lebens miteinander gehen.

Es sind in erster Linie Schüler, Eltern und Lehrer. Es sind die Sekretärin, der Hausmeister, die Raumpflegerinnen. Es ist die so genannte Schulöffentlichkeit: der Kindergarten, die Kirche, Vereine, die Gemeinde, Verwandte, Freunde, Gäste, der Kreis, andere, zum Teil benachbarte Schulen und viele mehr.

50 Jahre Schule Bordelum - die vorliegende Festschrift soll einen Brückenschlag zwischen Vergangenem und Heutigem sein. Sie soll sowohl das Interesse derjenigen Menschen wecken, die im Laufe dieser 50 Jahre einmal mit der Schule zu tun hatten, als auch derer, die sie heute (noch) mitgestalten. Vielleicht macht die Festschrift auch diejenigen neugierig, die die Schule bisher gar nicht kannten.

Es gibt einen geschichtlichen Teil, der versucht, den 50 Jahren gerecht zu werden (ein Augenzeugenbericht zur Schuleinweihung von Herrn Simonsen, ehemaliger Schüler; ein Artikel von Herrn Wickel, ehemaliger Schulleiter; Statistiken, Fotos ...). Wie war das vor 50 Jahren? Was hat sich seitdem verändert?

Darauf folgt ein Grußwort unseres Bürgermeisters Herrn Petersen.

Daran schließt ein Abschnitt, der die Schule grob versucht darzustellen, wie sie sich aktuell präsentiert: Welche Ziel verfolgen wir heute? Woran arbeiten wir? Was ist uns wichtig? Exemplarisch tragen drei Viertklässler ihre Erinnerungen an ihre Grundschulzeit vor und wagen einen Blick in die Zukunft mit dem Artikel „So stelle ich mir mein Leben in 15 Jahren vor“.Ich hoffe, es ist uns gelungen, eine Festschrift vorzulegen, die bei allen Lesern auf Interesse stößt. Im Namen aller Beteiligten wünsche ich Ihnen viel Freude beim Lesen.

Ihre
Ilka Sönksen, Rektorin.



Vor fünfzig Jahren - Erinnerungen

Endlich war es soweit! Meine große Schwester Christa wechselte von der alten in die neue Bordelumer Schule. Überall war die Neugier groß, man freute sich auf die Eröffnung der neuen Schule. Die Kinder aus den Dörfern der Gemeinde gingen jetzt gemeinsam in eine Schule. Christa besuchte die sechste Klasse und glaubte ich ihren Erzählungen, so stand der Anbruch der neuen Zeit unmittelbar bevor.
Ich hörte zu, denn schließlich sollte ich in wenigen Monaten ebenfalls in diese Schule gehen:
„Da gibt es keine langen Sitzbänke mehr. Jedes Kind hat seinen eigenen Stuhl. Und alle sitzen immer nur zu zweit an einem Tisch. Für die Kleinen gibt es ganz kleine Stühle und Tische. Die sind vielleicht niedlich ! Mädchen und Jungen haben getrennte Toiletten. Es gibt eine Wasserspülung. Vier Klassenräume und eine Turnhalle hat die neue Schule.“ Ohne Zweifel, in Bordelum hatte die lange Tradition der preußischen Dorfschule mit der klassischen Zweiteilung in Unter- und Oberstufe ihr Ende gefunden.
Der Tag meiner Einschulung kam. Dank meiner Schwester war ich prima darauf vorbereitet. Am 6. April 1956 saß ich zusammen mit Martin und Heinz, mit Gretchen und Juliane und noch vielen anderen auf diesen kleinen Stühlen. Ein tolles Gefühl war das ! Nirgendwo auf der Welt gab es so etwas Schickes. Unser Klassenlehrer hieß Herr Schlange. An diesem Tag trug er ein weißes Hemd und einen schwarzen Anzug. An einem Finger steckte ein dicker Ring mit einem Bernsteinklunker. Unsere Unterrichtsfächer hießen Schreiben, Lesen, Rechnen, Naturlehre und Singen. Herr Grünberg unterrichtete das Fach Naturlehre. Einen lustigen Jäger gab es an der Schule. Er hieß Herr Lemke. Immerzu hatte er einen grünen Jägeranzug an. Herr Schlange unterrichtete nicht nur uns, die Erstklässler. Im selben Klassenraum befanden sich noch die zweite und die dritte Klasse, insgesamt eine stattliche Anzahl Kinder. Der Unterricht geschah nun in der Weise, dass Herr Schlange sich bald der einen, bald der anderen Klasse widmete. Die oberen Klassen beschäftigte er mit Rechnen oder Schreiben still für sich und uns mit Lesenlernen. Mit unseren Schiefertafeln und Griffeln war das Lesen- und Schreibenlernen eine zeitaufwändige Kunst. Aber auch die alten Methoden führten bei uns Kindern zum Erfolg. Bei schönem Wetter durfte ich ab und zu für meinen Lehrer Herrn Schlange den Frühstückskorb holen. Nur allzu gern machte ich mich auf den Weg, wusste ich doch, dass auch mir von seiner Frau stets ein leckeres Brötchen überreicht wurde. Das Tollste aber war der Dackel, Hexe genannt. Dieser Hund überschlug sich fast vor Freude, wenn Kinder kamen und mit ihm spielten. Hexe rannte im Garten hin und her, sprang hoch oder legte sich brav auf den Rücken, um am Bauch gekrault zu werden. Jedes Kind kannte diesen Hund. Herr Schlange liebte sein nobles Frühstück über alles. Auf seinem Pult breitete er ein sauberes Tischtuch aus, goss den frischen Kaffee in eine Tasse und verzehrte mit Bedacht seine Brötchen. Auch wir Kinder durften dann still unsere Schulbrote essen. Erst danach schickte er uns nach draußen in die Pause.
In seinem Garten hinter der Schule hatte Herr Grünberg einen Kaninchenstall. In den Pausen durften wir seine Tiere streicheln oder Futter pflücken. Gern naschte er auch selbst einige Blätter von dem frischen Löwenzahn.
Jedes Schuljahr brachte uns Kindern einige Höhepunkte. Das Kasperletheater aus Wesselburen gehörte für mich unbedingt dazu. Ein Theaterstück ist mir auch heute noch ganz und gar gegenwärtig. Es hieß „Der fliegende Koffer“. Eine böse Geschichte war das! Spannung von der ersten bis zur letzten Minute! Aber dank des mutigen Eingreifens von Herrn Schlange und Herrn Grünberg konnte der Kasper die Prinzessin buchstäblich noch in letzter Minute retten.
Das erste gemeinsame Kinderfest feierten wir im Sommer 1956 im Friesenkrug auf dem Stollberg, weil der neue Schulhof noch unbewachsen, staubig und leer darniederlag. Festlich angezogen und herausgeputzt, mit Blumenbogen und Blumensträußen in der Hand zogen wir zum Festplatz. Eine Musikkapelle begleitete uns durch die Dörfer. Wie gern wäre ich damals einmal König geworden! Aber stets war ich nur dabei. Heute freue ich mich, dass ich noch einmal dabei bin!

Lorenz Simonsen
von 1955 bis 1965 Schüler an der Zentralschule Bordelum,
heute wohnhaft in Drelsdorf, Lehrer an der Rektor-Siemonsen-Schule in Husum



Schule im Wandel

(Auszüge aus der Festschrift von 1985)
Im Oktober 1955 wurde anlässlich der Einweihung der neuen Schule in Uphusum das erste der „Hefte zur Chronik des Kirchspiels Bordelum“ herausgegeben.
Unter der Überschrift „Unsere neue Schule“ macht der damalige Schulleiter, Herr Heinrich Feddersen, deutlich, welch große Schwierigkeiten es bis zum Zustandekommen der „Zentralschule“ 1955 für die Lehrkörper, die Schulkinder, die Elternschaft und die Gemeinde gegeben hat. Galt es doch u.a. auch, diese neue Schule als eine „Gemeinschaftsschule“ gegen die Befürworter der einklassigen Schulen von Büttjebüll, Sterdebüll und Bordelum durchzusetzen.
Die drei Hauptargumente des Kollegen Feddersen waren:Die Zentralschule verfügt über mehr und bessere Lehrmittel.In der Zentralschule können die Lehrkräfte nach ihren Fähigkeiten eingesetzt werden.Die Zentralschule kann eher ein Kulturmittelpunkt sein als die Einklassige.
Der damalige Gemeinderat schloss sich diesen Überlegungen an und sprach sich einstimmig für den Neubau einer Zentralschule aus.
Ein weiterer, sicher stichhaltiger Punkt, wird von Heinrich Feddersen der Gemeinde an anderer Stelle vorgetragen:
„Die Zentralschule wird in der Unterhaltung für die Gemeinde billiger als drei oder vier Einzelschulen.“

Am 11. 9. 1954 fand die feierliche Grundsteinlegung bei äußerst schlechter Witterung statt. Alles, was Rang und Namen in der Gemeinde hatte, war vertreten, denn schließlich hatte die Gemeinde Bordelum seit 1948 einen Schulneubau erwogen, geplant und gefordert. Die Nachkriegszeit aber brachte finanzielle Engpässe, und durch ständiges Zu- und Abwandern der Flüchtlinge wurde auch eine realistische Planung über Bedarf und Größe einer neuen Schule unmöglich. Nun, im September 1954, konnte man zu neuen Taten schreiten und es wurde in einer Tonkruke u.a. ein Schriftsatz des Gemeinderates mit folgendem Wortlaut eingemauert:
„Die Gemeinde ist sich bewusst, dass es ihre vornehmste Aufgabe ist, alles im Rahmen des Möglichen zu tun, um ihren Kindern eine umfassende Ausbildung zukommen zu lassen.“

Ein knappes Vierteljahr später, am 4. 12. 1954 wurde, wiederum unter großer Anteilnahme der Dorfgemeinschaft, das Richtfest gefeiert. auch an diesem Tage, so vermerkte der Schulleiter Feddersen, tobte ein starkes Unwetter. - Ein schlechtes Omen also?
Nein, denn der Neubau nahm rasch Gestalt an und an Umfang zu. Am 26. 10. 1955 wurde die Schule in einer würdevollen Weise offiziell eingeweiht.
Die wichtigsten Mitglieder dieser Feierstunde, nämlich die Schüler, mussten noch 10 Tage warten, bis sie „ihre“ neue Schule tatsächlich in Besitz nehmen durften. So traf man sich am 29. Oktober erstmalig gemeinsam in der Gaststätte Sterdebüll. Dieser Treffpunkt, inzwischen auch als „kinderfreundliche Gaststätte“ ausgezeichnet, sollte von jetzt an der Ort zukünftiger gemeinsamer Feierlichkeiten für die Bordelumer Schuljugend sein.
Lehrer Feddersen vermerkt dazu: „Die Kinder der Schulen Bordelum, Sterdebüll und Büttjebüll lernten sich kennen. Sie vertrugen sich ausgezeichnet.“

Es heißt ja sonst, erst die Arbeit, dann das Vergnügen; in diesem Jahr ging es den umgekehrten Weg. Erst eine Woche nach der Kontaktaufnahme im Gasthof wurde der Unterricht in der Schule aufgenommen. Für 154 Schulkinder der 9 Jahrgänge wurde es ernst.
Von den Bordelumern berichtet Feddersen:
„Am 5. November 1955 nahmen wir Abschied von unserer alten Schule, um hier nun in den schönen Räumen den Unterricht aufzunehmen.“
Für die Büttjebüller hat Lehrer Grünberg festgehalten:
„Schnell wurde es den Büttjebüllern zur Selbstverständlichkeit, den weiteren Schulweg zu fahren.“

„Ein Schmuckstück der Westerdörfer“, „Ein Schmuckstück der Gemeinde Bordelum“, „Vorbildlicher Schulneubau“ lauteten die Überschriften zur Einweihung in der Tagespresse. Weiter wird von einem vorbildlichen Schulneubau geschrieben. Die Schulräume seien unübertrefflich praktisch eingerichtet. auch zeugten die Klassenräume von einem erlesenen Geschmack.
Für dieses „Schmuckstück“ erbrachte die Gemeinde in Eigenleistung DM 131.992,00. Die Gesamtkosten, einschließlich Landerwerb, beliefen sich für den Schulneubau auf DM 272.581,00; für Schulinventar wurden DM 23.871,00 ausgegeben. Für die Außenanlagen standen in diesem Jahr keine Geldmittel mehr zur Verfügung. Auf freiwilliger Basis wurden im Frühjahr 1956 die Außenanlagen hergerichtet. Erst 1961 konnten Ziersträucher, Nadelbäume und Weidenstecklinge gepflanzt werden. Im darauffolgenden Jahr wurden Krokus-Inseln gesetzt, kleine Rosenbeete angelegt und durch die Hilfe der „Schutzgemeinschaft Deutscher Wald“ weitere Pflanzungen getätigt, z.B. konnten durch deren finanzielle Unterstützung die Sträucher an der Auffahrt gepflanzt werden.

Die Zentralschule konnte ihr erstes Kinderfest, wiederum bei schlechter Witterung, am 6./ 7. Juli durchführen. Der Elternbeirat hatte gewünscht und beschlossen, das Fest in Sterdebüll zu feiern.
Die Schule Bordelum hatte vordem ihre Kinderfeste auf dem Stollberg abgehalten. Die Erinnerung daran ist für viele Bordelumer noch sehr lebendig, manche trauern diesen schönen Zeiten nach und meinen, früher sei es besser gewesen. Vieles ist früher besser gewesen; vielleicht denken wir später ebenso von unserer heutigen Zeit.

Zwei Jahre später, im Jahre 1958, wurde damit begonnen, den Kinderfestumzug mit Wagen und Trecker, Musik vorneweg, zu gestalten. Von Sterdebüll ging es über den Stollberg zur Gaststätte. Aus Sicherheitsgründen musste diese Art des Festumzugs, die allen Beteiligten Freude machte, abgeschafft werden. Heute geht es im Marsch vom Platz Peter Clausen in Ost Bordelum auf dem Fußweg bis zur Gaststätte Sterdebüll. Die Feuerwehrkapelle gibt den Takt und das Marschtempo an. Sicher wäre es schöner, wenn der Marsch durch den Ortsteil West Bordelum gehen dürfte, hier leben die meisten „Beschicker“ der Grundschule.

Die Gemeinde Bordelum konnte 1958 durch Tausch eine Koppel erwerben, die neben dem Schulgelände lag und nun als Sportplatz hergerichtet wurde. Im darauffolgenden Jahr konnte mit Unterstützung des „Waldbau- und Windschutzvereins“ und durch die „Schutzgemeinschaft Deutscher Wald“ Pflanzmaterial beschafft werden, um den Sportplatz damit zu „umzäunen“. Diese Begrünungsaktion ist vor allem dem Kollegen Peter Grünberg zu verdanken, der mit seinen Aktivitäten hinsichtlich der Anpflanzungen in der Gemeinde seiner Zeit weit voraus war. Heute hat sich der Bürger- und Handwerkerverein Bordelum dieser wichtigen Angelegenheit angenommen. Was die Schutzpflanzung am Sportplatz angeht, ist noch zu erwähnen, dass sich alle Kollegen und deren Ehefrauen ein Lob verdient haben. Frühjahr und Sommer 1959 waren sehr trocken, und es wurde von ihnen ein „Begießungsdienst“, selbst während der Sommerferien, durchgezogen.

Herr Heinrich Feddersen übergab die Schulleitung im Mai 1960 an den Kollegen Karl Lemke. Ein Jahr später, im April 1961, wurde Herr Bern zum neuen Schulleiter gewählt. Rektor Bern blieb bis zu seiner Erkrankung im Frühjahr 1976 in Bordelum.

In diese Zeit fällt der Bau der großzügigen Turnhalle auf dem Schulgelände, November 1972 war die Einweihung. Durch dieses Gebäude hat die Schule mit Sicherheit an Attraktivität gewonnen. In den letzten Dienstjahren von Rektor Bern muss die Schule häufig harten Winden ausgesetzt gewesen sein. Es wurden überall im Lande die kleinen Schulen entweder ganz aufgelöst oder in reine Grundschulen umgewandelt. So kam es auch in Bordelum. Im Schuljahr 1971/ 72 mussten die Schüler der 7., 8. und 9. Klasse nach Bredstedt zum Schulbesuch, die Oberstufe wurde bei uns in Bordelum aufgelöst. Ab 1. 8. 1975 kommen auch die 5. und 6. Klasse nicht mehr nach Bordelum. Ab 1975 war die Zentralschule keine Hauptschule mehr, sondern eine reine Grundschule. Nach vielen Diskussionen und Debatten kamen 1976 die Grundschüler aus dem Ortsteil Dörpum in unsere Schule, die dadurch erst richtig eine Gemeinschaftsschule für die Bordelumer Grundschüler wurde.

Frau Lemke, die schon seit 1958 dem Kollegium in Bordelum eine wertvolle Mitarbeiterin war, übernahm die kommissarische Schulleitung nach der Erkrankung von Herrn Bern bis Februar 1977. Der Kollege der Schule in Bredstedt, Herr Kähler, versah Schulleiterdienst bis zum Beginn von Herrn Carstens im Sommer 1977.

geschrieben 1985 von
Walter Wickel,
1981 – 2001 Schulleiter der Grundschule Bordelum,
wohnhaft in Dagebüll und auf Amrum, pensioniert



Grußwort

Zum 50-jährigen Jubiläum der Grundschule Bordelum möchte ich an dieser Stelle die herzlichsten Glückwünsche der Gemeinde übermitteln.
Christian Morgenstern, einer der großen deutschen Schriftsteller, beschrieb um die Jahrhundertwende einen Hauptzug aller Pädagogik als „das unbemerkte Führen“. „Unbemerkt“ im Sinne von „sanft und behutsam“, „Führen“ im Sinne von „begleiten oder geleiten“.
Das beste Beispiel für dieses sanfte Geleit junger Menschen ist die Schule. Ziel der in ihr wirkenden Pädagogen war und ist es, die ihnen anvertrauten Kinder nach ihren Begabungen, Neigungen und Fähigkeiten zu fördern. Dies gelingt in unserer Schule nun schon seit 50 Jahren.
Seit 50 Jahren kommt unsere Schule, zunächst als Hauptschule, später als Grundschule ihrem Auftrag nach, jungen Menschen Wissen zu vermitteln, sie zu erziehen und für die Zukunft zu rüsten. Doch Schule ist mehr als der Auftrag, den ihr der Gesetzgeber gegeben hat, mehr als eine reine Lehr- und Lernanstalt, sie ist Stätte der Begegnung, der Kommunikation, ja auch der Geselligkeit.
Die Schule zusammen mit dem Kindergarten bildet den Kern unserer Gemeinde, das Zentrum des dörflichen Lebens. Diese Einheit prägt die Lebens- und Wohnqualität unserer Gemeinde.
Wir als Bordelumer können mit Recht sagen, dass wir eine bevorzugte, attraktive Wohngemeinde sind, auch weil wir diese unsere Grundschule haben.
Bemerkenswert erscheint mir die Aktivität aller am Schulbetrieb Beteiligten – Schulleiterin, Lehrer, Eltern, Förderverein und Kommune als Träger der Schule.
Ich wünsche mir, dass Motivation, Bereitschaft zum guten Miteinander, Kreativität und Einsatz über das geforderte Maß hinaus allen Beteiligten nicht abhanden kommt - zum Wohl der Kinder, deren erste Schritte in die große weite Welt von dieser Stätte ausgehen. Denn die ersten zaghaften Schritte unserer Kinder sind besonders prägend für das weitere Leben.
Den Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen unserer Schule wünsche ich einen harmonischen Verlauf, gleichzeitig bedanke ich mich bei den Organisatoren für die Ausgestaltung dieser Jubiläumsfeierlichkeiten.

Peter Reinhold Petersen, Bürgermeister